Berglandschaft mit Auswaschungen

so nicht......

Salzkristalle im Salzsee

Skorpione bei der Paarung

Seltene Warrane in Südtunesien

Offroad und Umweltschutz
- 5 Minuten zum Nachdenken-

Mit freundlicher Unterstützung von Herrn Prof.Dr. Hans-J. Karpe 
Ministerieller Berater des tunesischen Ministers für Umweltschutz

-Projekt "Umweltschutz" der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit mbH 

Viele Offroader aus Europa besuchen die nordafrikanischen Wüsten aus mehreren Gründen: Europa ist mittlerweile zu klein, der Zugang in unwegsames Gelände aus Umwelt- und Naturschutzgründen ist oftmals verwehrt, die Wüsten bilden eine Naturschönheit mit einer unvergleichlichen Einsamkeit und erscheinen vermeintlich grenzenlos. Von den ca. 16,5 Millionen ha Gesamtfläche Tunesiens beanspruchen die Flächen des Erg Oriental ca. 3,2 Millionen ha, die Salzseen etwa 2 Millionen ha und die Felsgebiete etwa 1,9 Million ha. Das Ökosystem dieser Lebensräume ist auf Grund der teilweise sehr starken, ja orkanartigen Winde und seltener, dann aber reissender Niederschläge sehr sensibel. Erosion ist das Schlagwort ,die "Ver- wüstung" der landwirtschaftlichen Kulturflächen gerade im Süden Tunesiens eine besondere Gefahr.
Die bizarren Fels- und Sandformationen sind für diejenigen, die einmal Zugang zu diesem Gebiet hatten etwas , was sie nie vergessen werden. 
Im Gegensatz zur allgemein vorherrschenden Einstellung ist die Wüste jedoch nicht tot , sie ist ein Lebensraum fuer viele Tiere und Pflanzen.
Das tunesische Umweltministerium hat einen Pflanzen- und Tierführer herausgegeben, der bei der Agence Nationale de Protection de l` environnement 2080 Ariana B.P. 52 1002 Tunis Tunisie FAX 00216-1-708230 kostenlos angefordert werden kann. Dieses FAX sollte in Franzoesisch oder Englisch abgefasst werden.Alternativ die E-Mailadresse  boc@mineat.gov.tn
Das Off-roading erlaubt den Zugang zu einem menschenfeindlichen Gebiet, hinterläßt aber im Gegensatz zu der Durchquerung mit Kamelen deutliche Spuren, die es auf jeden Fall so gering wie möglich zu halten gilt. Mit schätzungsweise etwa 7000 Offroadern pro Jahr (!) ist auch Tunesien "überschaubar" und manche Crew hinterläßt sehr unschöne Denkmäler.

Der Wüstentourismus ist für Tunesien sehr wichtig , andererseits ist die sehr hohe Frequentierung von Regionen, die früher als unpassierbar galten, mit nicht unerheblichen Risiken für die Stabilität des Ökosystems verbunden.

Tipps: 

In der Wüste verwittert,verfault und korrodiert auf Grund der Trockenheit alles extrem langsam. Selbst ein Tempotaschentuch bleibt auf Jahre erhalten. Alles Metall, Plastik und Papierabfälle einsammeln und mitnehmen., Essensreste vergraben. Müllsäcke können an den Müllsammelplätzen vieler Ortschaften abgegeben werden. 
Schutzgebiete und Reservationen sind unbedingt zu umfahren. (Karten werden demnächst in die Homepage eingestellt). Einige dieser Parks weisen speziell befahrbare Routen und Parkplätze aus.Von diesen nicht mit den Fahrzeugen abweichen.
An den Berghängen in Südtunesien befinden sich oft sehr karge Anpflanzungen, insbesonders Getreidefelder. Diese sind für den Mitteleuropäer nur schwer erkennbar. Kleine Halme und weiträumiger Abstand kennzeichnen diese Felder. Nicht durchfahren ,denn das Ergebnis einer zeitaufwendigen Arbeit der Bauern wird zerstört.
So schön Lagerfeuer in der Wueste sind, bitte bedenken, daß die abgerissenen Pflanzen Jahre zum Nachwachsen benötigen. Diese Pflanzen sind sehr wichtig im Ökosystem Wüste zur Bodenstabilisierung. Feuerholz kann grundsätzlich aus den Palmenschnitten der Oasen mitgeführt werden. 

Nur Mitdenken und bewusstes Handeln wird uns diese wunderschöne Region erhalten und uns auch weiterhin den Zugang ermöglichen.