Faszinierende Bergwelt

Der Jemen zeichnet sich auf der arabischen Halbinsel insbesonders durch seine Bergwelt aus.

Der gesamte Westen des Landes ist im Anschluss an die Küstenebene, die Tihama durch einen Hochgebirgsgszug geprägt, der mit Spitzen bis in die 3600 m hineinreicht.

Von jeher war und ist der Jemen daher insbesonders für Alpinisten interessant.

Sonnenaufgang in den Bergen südlich von Sana´a

Für den normalen Offroader der sich ja 4x4 mässig fortbewegt, ist dies natürlich schwieriger, aber nicht unmöglich.

Einige unserer typischen Wochenendspazierfahrten führten daher nur ganz kurz aus Sana´a heraus um z.B. die Bergkette südwestlich von Hadda anzulaufen.

Die Autos wurden dabei bis in die letzte noch mögliche Kehre gefahren, dort geparkt und mit Rucksack, Zelt und Schlafsack (Minimalkomfort) ging es dann zu Fuss weiter auf den Bergrücken. Viel Wasser musste natürlich mitgeführt werden, und ein guter Sonnenschutz nicht zu vergessen. Denn immerhin spielte sich dieser Spaziergang auf über 2500 m Höhe ab und bei strahlender arabischer Sonne. Gutes Schuhwerk ist natürlich auch wichtig, denn der Kies und Geröllboden kann sich nicht so gut mit Slippern und Turnschuhen anfreunden.
 
 

Philipp und Lars nach der Erkundung des nächsten Aufstiegs


 
 

Nach etwa einer Stunde Fussmarsch entlang eines Pfades, aber auch quer durch Geröllfelder erreichen wir den ersten Absatz, nach etwa 15 Minuten nocheinmal das Top dieses Vorgebirgszuges.

Belohnt wird die Anstrengung durch einen fantastischen Ausblick auf das nächtliche Sana´a und natürlich eine tolle Übernachtung auf dem Plateauberg mit Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

Durch enge Felsspalten.....

... mit Sack und Pack

Abendessen und Frühstück entsprechen natürlich nicht einem Hotelbuffet, doch nach dieser Leistung schmeckt auch das einfache Mahl vorzüglich.

Nach heftigem Schweissverlust sorgt Stefan für heissen Kaffee und gute Laune

Etwas einfacher ist der Aufstieg zum Bed Baus, einer verlassenen jüdischen Siedlung südlich unseres Kletterberges. Diese Siedlung wurde bis in die 50 er Jahre von jüdischen Jemeniten bewohnt, die noch unter dem Regime des Ihmam nach Israel auswanderten. Zurück blieben Zeugnisse einer wohl einzigartigen Architektur in der Bergwelt, die einen faszinierenden Zauber auslöst.

Unterer Teil der Siedlung Bed Baus

Einige Häuser sind dennoch bewohnt, der obere Teil der Siedlung sogar mit einer Stromleitung aus dem Tal versorgt. Freundlich und herzlich werden wir von den Bewohnern empfangen und man zeigt uns stolz die alten verfallenen Häuser in denen noch Küchen und die Mafraschs, die grossen Versammlungs-räume erkennbar sind.

Oberer Teil der Siedlung

In einem Wasserspeicher des unteren Siedlungsteil baden vergnügt einige Jungs im durch den aufgewühlten Erdschlamm braun gefärbten Wasser.

Immer wieder Freitags erweckt der Fels zu neuem Leben, wie in Wadi Dar, so treffen sich auch hier die Hochzeitszüge, trommeln, tanzen und schiessen ab und an auch ihre Kalaschnikows ab.

Imposant am Ortseingang: Das alte Stadttor

Für nicht so fussmobile Bergliebhaber bietet der Jemen noch etwas reizvolles. Kaukaban, etwa 45 Minuten nördlich von Sana´a ist ein geschichtsträchtiges Bergdorf unmittelbar oberhalb der Ortschaft Shimbam. Ca. 300 m über einer

Hochebene ragt dieses Dorf auf hohen Zinnen noch einmal über das gesamte Umfeld hinaus. Viele fremde Heere versuchten sich an Kaukaban und mussten sich, zuletzt die Ägypter während des Revolutionskrieges in den 60 er Jahren dort die Zähne am Dorf und seinen zähen Bewohnern ausbeissen.Der deutsche Strassenbauingenieur Jürgen Diermann erschloss in den 80 er Jahren dieses Dorf mit einer Teerstrasse, die ihresgleichen sucht. (Was steileres hab ich niegesehen....)

Philipp und Lars auf den Zinnen von Kaukaban

An den Rändern des Dorfes gibt es mehrere Aussichtspunkte von denen man einen unvergleichbaren Ausblick auf die Hochebene hat. Doch Vorsicht, in den 90ern kam eine deutsche Rucksacktouristin zu Tode, die sich zu weit vorwagte.